Antwort auf: Re:Geht mich ja nix an.... von Fohlenfan77

House M.D.
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>Er hat im Grunde aber auch recht. Warum kreuzen denn Kriegsschiffe der Bundesmarine am Horn von Afrika? Doch nicht weil die Seeluft dort so frisch ist, sondern damit (auch deutsche) Handelschiffe und Öltanker unbeschadet durchkommen...

Das hat auch niemand bestritten. Kritik musste er hinnehmen weil er sich dafĂŒr ausgesprochen hat das es ein legitimes und notwendiges Mittel darstelle, dass deutsches MilitĂ€r fĂŒr wirtschaftliche Interessen kĂ€mpft.

Willy Brandt sagte: "von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen." Seit Mitte der 90er fĂŒhren deutsche wieder regelmĂ€ĂŸig Krieg. Jetzt stellt sich der ReprĂ€sentant der BRD da hin und spricht sich in einem Interview mit dem Deutschlandradio dafĂŒr aus, dass man in Zukunft genau das wieder machen muss um die eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Wo sind wir denn plötzlich wieder? Das ist nichts anderes als Kolonialpolitik.
Stichwort Sturm ĂŒber SĂŒd-West-Afrika. Von Trotha und die Hereros. Haben wir denn nichts gelernt?

Nehmen wir mal an das wĂ€re ein diskussionswĂŒrdiger Ansatz. Wer im Volk will das denn? Nichtmal der Einsatz in Afghanistan (trotz der ganzen Terror-Paranoia) wird doch nicht vom Willen des Volkes getragen. Nichteinmal ein Bundestagsmandat gibt es fĂŒr das was da unten geschieht. Und jetzt sollen wir dann fĂŒr Siemens und AEG den Weg freibomben?

Im Übrigen sprach Host Köhler nicht vom Horn Afrikas. Er sprach von Afghanistan und vergleichbaren Situationen.

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>Es ist aber auch schon merkwĂŒrdig, dass ein BundesprĂ€sident so zum Abschuss freigegeben wird und keine RĂŒckendeckung der Bundesregierung bekommt, denn so brisant war das Interview nun wirklich nicht - das hat schon was von Sommerloch...


Er wurde nicht zum Abschuss freigegeben. Er hat sich zur Tagespolitik geĂ€ußert und muss eben mit dem Echo rechnen. Niemand ist unfehlbar und derjenige der offensichtlich Unfug von sich gibt muss auch das Medienecho tragen können. Ferner ist es nicht Aufgabe der Bundesregierung dem PrĂ€sidenten bei der Bereinigung seiner Fehltritte Hilfe zu erteilen. Der BundesprĂ€sident ist unabhĂ€ngig von jeglicher Parteizugehörigkeit. Außerdem unterstĂŒtzt die Bundesregierung seine Äußerungen, denn das von Köhler geforderte entspricht der Realpolitik von Schwarz-Gelb.

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>Aber Respekt, dass er sein Ding so konsequent durchzieht. Das hÀtten nicht viele gemacht.


Daran ist nichts aber auch gar nichts respektabel und konsequent schon gar nicht. Konsequent wĂ€re es gewesen wenn er zu seiner Äußerung gestanden hĂ€tte und / oder den Fehler eingestanden hĂ€tte. Weglaufen ist schwach. Wir leben hier in einer Demokratie. Jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen und wenn jemand solch einen Unsinn erzĂ€hlt dann muss er, gerade in dem höchsten Amt der Republik, kritikfĂ€hig sein. Das ist ein Armutszeugnis fĂŒr die Demokratie das der höchste Mann im Staat beim ersten Gegenwind alles hilflos hinwirft und weglĂ€uft. In einem gebe ich dir Recht. Viele hĂ€tten das vermutlich nicht gemacht. Ganz ganz schwach.
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>Und natĂŒrlich spielt auch der Aufbau eines vom Krieg zerstörten Landes fĂŒr die deutsche Wirtschaft eine nicht unerhebliche Rolle


Genau so sieht Herr Köhler als Mann des IWF auch. Schön die Wirtschaft privatisieren im Gegenzug bekommen die Afghanen dann Kredite. Die helfen natĂŒrlich nicht mehr viel, wenn die auslĂ€ndischen Großkonzerne bereits die SchlĂŒsselindustrien (die ja bekanntlich privatisiert werden mussten als Bedingung fĂŒr die Kreditvergabe) in Monopolen verwalten. Wenn man wieder als Kolonialherr auftreten möchte, dann ist das eine prima Sache. Das lustige ist. Wenn die großen deutschen Großkonzerne da unten produzieren und ausbeuten, dann sieht der Steuerzahler resp. die "deutsche Wirtschaft" keinen cent davon. Die Menschen die da unten aber in noch grĂ¶ĂŸere Armut gestĂŒrzt werden, die sehen die KohĂ€renz zu der BRD aber sehr wohl. Das sind alles GrĂŒnde weshalb wir deutschen uns vor NĂ€chstenliebe im Ausland kaum retten können.

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