Antwort auf: Re:Anmerkung zur Anmerkung von george bush

Fohlenfan77
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>>Wie auch? Mussawi hat erst relativ spät überhaupt seine Absicht Präsident zu werden bekanntgegeben und war nur ein Kompromiss einer Opposition, die in sich selbst uneinig war und ist. Seine Popularität hat er sich während des Irak-Iran-Kriegs als Wirtschaftsminister(?) erworben und nicht als Reformer, als den ihn einige Medien jetzt präsentieren und der er wahrscheinlich selbst nicht einmal sein wollte.  
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>Er hat einige Wahversprechen gemacht, auf die die Menschen gehofft hatten. Z.B. Abschafung der Sittenpolizei etc. Hast du nicht die Plakate gesehen, die die Menschen getragen und aufgestellt haben? In Anlehnung an Obama konnte man "Change" etc. lesen. Die Leute hatten Hoffnungen.


Die, die USA aber offensichtlich nicht erhaft aufrechterhalten wollen.
Obama versprach im Wahlkampf auf den Iran zuzugehen, das ist richtig.
Aber die USA und Israel haben auch panische Angst vor einem instabilen Iran. Hätte die Opposition offenkundige Unterstützung von westlichen Regierungen und Geheimdiensten erhalten - wer weiß wie die Sache ausgegangen wäre. Aber Stabilität in der Region ist den USA wohl lieber, als Freiheit für die Iraner...

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>>Aha. Woraus liest Du denn bitteschön, dass ich "Menschen in islamischen Ländern [als] fanatische Moslems" bezeichne???
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>Hab jetzt keine Zeit zu suchen. Ist bei mir aber so angekommen.


Da ich mich erst in die Diskussion eingeklinkt habe und einen einzigen Post schrieb, kann es sein, dass Du mich verwechselst?
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>>>Es ist schon so, daß besonders Moslems zu Fanatismus neigen.
>>
>>Und diese Aussage ist differenziert???
>>Deine Aussage ist - sorry - quatsch...
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>Wieso? Es ist doch besonders in der islamischen Welt der Fall, daß sich Menschen leicht instrumentalisieren lassen. Das geht durch alle Schichten durch. Schau dir mal die Attentäter von London an. Die, die mit Autos in den Flughafen rasen wollten. Weiß auch nicht mehr so recht. Waren allesamt in die Gesellschaft eingebundene Akademiker...


Die mit der westlichen Gesellschaft aber offensichtlich unzufrieden waren...
Es ist aber überall ein Problem, dass selbst "gebildete" Menschen sich vor den Karren spannen lassen - leider spielt die Religion dabei keine Rolle - siehe wiederum die Kreationisten...

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>>Die Gründe liegen u.a. in einer fehlenden Säkularisierung, die z.B. im Iran nicht stattfand. Fanatismus gibt es überall, das "Problem" ist nur, dass in westlichen Ländern diese Gruppierungen kaum Einfluss auf die Politik  haben, bzw. Staat und Kirche strikt getrennt sind. Andererseits schau Dir aber mal Kreationisten in den USA an...
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>Säkularisierung im Iran? Wie sollte auch eine Säkularisierung bei einer fanatisch angeführten Revolution stattfinden, wenn diese auf Religion beruht? DAS wäre doch genau der Punkt, den sich viele Iraner wünschen würden.


Dass wage ich zu bezweifeln, dass die Mehrheit das wünscht. Die Menschen wollen in erster Linie Stabilität, Arbeit und einen gewissen Wohlstand. Die Religion ist im Iran derart tief über Jahrhunderte verwurzelt, dass ich nicht glaube, dass die Menschen eine Säkularisierung wünschen, vielmehr eine gemäßigtere Theokratie.  
>
>Außerdem verstehe ich nicht, wieso du dich bei dem Thema so aufregst. Bist du Exil-Iraner?


Ich reg mich doch gar nicht auf... Vielleicht verwechselt Du mich wirklich. Sorry, falls es so rüberkommt und nein, ich bin kein Exil-Iraner, hab mich aber während meines Studiums ausgiebig mit dem Thema befasst. Vielleicht liegt's daran...

>Im Grunde wollen wir doch alle dasselbe. Freiheit für die Menschen im Iran. Genauso wünsche ich mir, daß endlich dieses Irrsinnsregime aus Nordkorea verschwindet. Nur sind die mit ihren Atomwaffen brandgefährlich.

Klar sind wir einer Meinung. Hier gibt es imo auch keine zwei Meinungen...
>
>>
>>>Aber dennoch kann und darf man nicht alle in einen Topf werfen. Ich möchte auch nicht mit weltfremden Pfaffen gleichgesetzt werden, die Harry Potter als Teufelswerk bezeichnen und Schwule als den Grund für den Untergang der Welt sehen.
>>
>>Was auch niemand ernsthaft tut...
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>Ich habe das eigentlich nur als Vergleich genommen und nicht, weil ich mich angesprochen oder angegriffen gefühlt habe.


Aber sicherlich nicht von mir...

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>>Das ist in der Tat sehr traurig, denn ich sehe darin eine einmalige Chance, die sich so schnell garantiert nicht wiederholen wird.
>
>Ja, leider...


Vielleicht kommt es ja noch zu einer friedlichen Revolte. Wenn die Iraner aber einen Blick in die Nachbarländer werfen, werden sie sich aber zweimal überlegen, ob sie einen totalen Machtwechsel wollen, der ihnen ihrer relative Sicherheit und Stabilität im Land erstmal nimmt und dafür Chaos und Anarchie bringt - und sei das Regime noch so übel und diktatorisch!

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